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Die Arbeitsgruppe: ÖPNV

Hallo und willkommen im Reiter der Arbeitsgruppe ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr).

Unsere Arbeitsgruppe im KiJuRat besteht aus Mitgliedern, die sich für einen menschengerechteren aber auch vor allem jugendgerechteren ÖPNV einsetzen.

Die allermeisten Kinder und Jugendlichen müssen tagtäglich mit Bus und Bahn von A nach B kommen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind einer der wichtigsten Bestandteile ihres Alltags. Jedoch kommen heutzutage immer noch viele Busse und Bahnen zu spät oder gar nicht, und dazu sind auch noch die Beiträge für Fahrkarten oder Monatstickets viel zu teuer. Noch dazu kommt dass viele Bus- und Bahnhöfe nicht barrierefrei sind und somit behinderte Menschen in ihrer Mobilität stark einschränken. 

Wir, der KiJuRat und besonders die Arbeitsgruppe ÖPNV möchte für einen Aufschwung der Mobilität der Kinder und Jugendlichen sorgen und die öffentlichen Verkehrsmittel wieder attraktiv machen. Sowohl preislich als auch tatsächlich.

Umfrageprojekt

Im Mai 2019 haben wir die Kampagne mit Umfrage: „Bus und Bahn – was läuft (nicht)?“ gestartet.

Gemeinsam mit dem Landesjugendring NRW haben wir eine Umfrage erstellt, um herauszufinden, welche Veränderungen es braucht, damit Kinder und Jugendliche den ÖPNV dauerhaft und öfter nutzen. Denn gerade Kinder und Jugendliche sind von dem ÖPNV abhängig, da sie meist keinen Führerschein und kein Auto haben und auch nicht andauernd die Zeit Ihrer Familie in Anspruch nehmen können, um gebracht zu werden. Aber auch um die Umwelt nicht aktiv noch stärker zu belasten, ohnt es sich für sie und uns alle, die öffntlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Insgesamt haben wir mit einem Onlinefragebogen 2197 Jugendliche im Alter von 12 bis 26 Jahren befragt. 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie unzufrieden bis sehr unzufrieden zur Qualität des ÖPNV eingestellt sind. Weitere 40 Prozent befanden ihn als mittelmäßig. Lediglich 17 Prozent äußerten sich mit den aktuellen Zuständen zufrieden.

Die Ergebnisse der Umfrage zusammengefasst:

Kinder und Jugendliche würden den ÖPNV häufiger und bevorzugt nutzen, wenn er zunächst günstiger,  besser getaktet (auch zu später Stunde) und an mehr Orten barrierefrei wäre. 

Zu hohe Preise: Wunsch nach günstigem NRW-Ticket

Bei den Preisen für Tickets sind die Rahmenbedingungen für verschiedene Nutzergruppen sehr unterschiedlich. Während Studierende in der Regel über ein vergleichsweise günstiges NRW-Ticket verfügen, sind andere Gruppen wie Schüler*innen oder Auszubildende offensichtlich noch benachteiligt. Einig sind sich Jugendliche, dass es für alle günstigere Tickets geben sollte. Den Vorschlag des KiJuRat NRW, ein NRW-weites Monatstickets für maximal einen Euro pro Tag (365 Euro im Jahr), gültig für alle Schüler*innen, Auszubildenen, Freiwilligendienstleistenden, Dual-Studierenden und Jugendlichen unter 18 Jahren einzuführen, unterstützen 98 Prozent der Befragten. Als Begründung nannten diese unter Anderem, dass sich die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung deutlich verbessern würden und sich so besser der Kontakt zu Familie und Freunden in anderen Städten halten ließe. 70 Prozent würden den ÖPNV laut der Befragung auch als Hauptverkehrsmittel nutzen, wenn es ein solches Ticket gäbe.

Auch das beste Ticket hilft nichts bei schlechter Infrastruktur

Rund 20 Prozent gaben zu bedenken, dass sie das Ticket alleine noch nicht ausreichend vom ÖPNV überzeugen könnte und sich noch weitere Rahmenbedingungen ändern müssten. Etwa zwei Drittel der Befragten wünschen sich engere Taktungen von Bussen und Bahnen, um ihre Ziele schneller zu erreichen. 54 Prozent bemängeln außerdem die Überfüllung von Bussen und Bahnen. Weitere Bedarfe seien digitale Ticketangebote, bessere Barrierefreiheit und bessere Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme.

Klares Bekenntnis der Jugendlichen zu umweltfreundlicher Mobilität

Auch das Thema Umweltschutz fand beachtlichen Anklang bei der Umfrage: 82 Prozent der Befragten sehen Umweltfreundlichkeit als wichtigen Faktor bei der Frage, wie die Mobilität der Zukunft gestaltet sein sollte. 66,9 Prozent sprechen sich generell dafür aus, dass die Mobilität der Zukunft öffentlich organisiert ist.

Forderungen

Die 8 zentralen Bedingungen für einen jugendgerechteren ÖPNV

Forderung #1: FAIRE PREISE

NRW-weites Ticket für maximal 1€ pro Tag alle Freiwilligendienstleistenden, Auszubildenden, Dual-Studierenden und Jugendlichen unter 18 Jahren. Für einen ÖPNV den sich ALLE Jugendlichen leisten können.

 

Forderung #2: ENGERE TAKTUNGEN 

Busse und Bahnen sollen häufiger und zuverlässiger fahren, dafür braucht es einen Ausbau der Netze – auch in ländlichen Räumen.

 

Forderung #3: NACHTEXPRESSE  

Wir brauchen mehr Nachtbusse und -züge.

 

Forderung #4: MEHR SICHERHEIT 

Wir wollen uns an Bahnhöfen und Haltestellen wohl und sicher fühlen. Wir haben keinen Bock auf sexuelle Übergriffigkeiten!

 

Forderung #5: KLIMASCHUTZ 

Für die Weiterentwicklung umweltfreundlicher Antriebsformen.

 

Forderung #6: BARRIEREFREIHEIT

Barrierefreiheit an allen Bahnhöfen, Haltestellen und in Fahrzeugen.

 

Forderung #7: BESSERE VERNETZUNG

Stärkung des Umweltverbunds. Mehr Geld für die (digitale) Vernetzung von Verkehrsmitteln. Umstieg von Bus, Bahn und Rad erleichtern.

 

Forderung #8: SAUBER, MODERN, DIGTAL!

Für eine moderne Infrastruktur und saubere Bahnhöfe. Freies WLAN überall durch flächendeckenden Netzausbau.

 

Alle diese Forderungen sind Teil unserer Kampagne, die ihr ihr jederzeit hier abrufen könnt: *LINK FOLGT'

Erste Erfolge...

Die Ergebnisse seiner Umfrage stellte der Kinder- und Jugendrat NRW am 20.11.2019 auf der Mobilitätskonferenz des Landesjugendrings im Beisein einiger Landespolitiker*innen vor.

„Wir sehen die Landesregierung in ordentlichem Zugzwang, ihre Bemühungen für eine ökologisch und sozial absolut notwendige Verkehrswende zu steigern“, bekräftigt Anna Liedtke.

„Es kann nicht sein, dass junge Leute in ihrer Mobilität derart durch den Unwillen der Politik benachteiligt werden“, erklärt Finn Grimsehl-Schmitz (Sprecher der AG ÖPNV).